Website-Relaunch: Die Checkliste, damit deine Google-Rankings bleiben

Eine neue Website soll mehr Anfragen bringen, nicht weniger. Trotzdem verlieren viele Unternehmen nach einem Relaunch Besucher, weil Google die alten Seiten nicht mehr findet. Wir haben im Oktober 2026 unsere eigene Website neu gebaut und zeigen dir die Checkliste, mit der wir dabei vorgehen.

Laptop mit der Website von conwith auf einer Holzablage

Kurz gesagt: Ein Website-Relaunch kostet keine Google-Rankings, wenn drei Dinge stimmen. Jede alte Adresse leitet dauerhaft (301) auf die passende neue Seite weiter. Die neue Website ist für Google offen und mindestens so gut wie die alte. Und nach dem Livegang prüfst du einige Wochen lang, ob alles ankommt. Die Checkliste unten führt dich Schritt für Schritt durch.

Was ist ein Website-Relaunch?

Ein Website-Relaunch ist der Ersatz einer bestehenden Website durch eine neue: neues Design, oft neue Technik, neue Texte und eine neue Seitenstruktur. Die Domain bleibt meist gleich. Für Google ist ein Relaunch heikel, weil sich dabei häufig Adressen, Inhalte und Seitentitel gleichzeitig ändern.

Davon zu unterscheiden ist ein Redesign, bei dem nur die Gestaltung erneuert wird und Inhalte und Adressen bleiben. Ein Redesign ist für Google deutlich unkritischer.

Warum verlieren Websites nach einem Relaunch Rankings?

Weil Google die alten Seiten nicht mehr findet oder die neuen schlechter bewertet. Google kennt deine Website über ihre Adressen (URLs). Existiert eine Adresse nach dem Relaunch nicht mehr, landen Besucher auf einer Fehlerseite, und Google entfernt die Seite nach einiger Zeit aus den Suchergebnissen. Was die alte Seite an Vertrauen aufgebaut hat, geht verloren.

Die häufigsten Ursachen:

  • alte Adressen ohne Weiterleitung, laut vielen SEO-Fachleuten die häufigste Fehlerquelle überhaupt
  • Inhalte, die beim Relaunch gekürzt oder weggelassen wurden
  • eine Suchmaschinen-Sperre oder ein Passwortschutz aus der Testphase, der live aktiv bleibt
  • geänderte Seitentitel, die nicht mehr zur Suche passen
  • eine langsamere oder auf dem Handy schlechter bedienbare Website

Alle fünf lassen sich mit Planung vermeiden.

Phase 1: Was muss ich vor dem Relaunch tun?

1. Bestand vollständig sichern. Exportiere eine Liste aller Adressen der alten Website, zum Beispiel aus der Sitemap (/sitemap.xml) oder mit einem Crawler wie Screaming Frog. Notiere zu jeder Seite Titel und Beschreibung. Sichere zusätzlich alle Texte und Bilder. Wir haben vor unserem eigenen Relaunch die komplette alte Website archiviert, inklusive Screenshots.

2. Wissen, was heute funktioniert. Öffne die Google Search Console und exportiere die Seiten mit den meisten Klicks und Impressionen der letzten 12 Monate. Diese Seiten verdienen besondere Sorgfalt: gleiche Adresse oder saubere Weiterleitung, Inhalt mindestens gleich gut.

3. Weiterleitungsliste erstellen. Lege für jede alte Adresse fest, wohin sie künftig zeigt. Drei Regeln:

  • Adresse behalten, wo immer möglich. Wir haben bei unserem Relaunch alle Blog-Adressen (/post/...) unverändert übernommen.
  • Dauerhafte Weiterleitung (301), wo sich die Adresse ändert. Laut Google verlieren Seiten durch 301-Weiterleitungen keine Ranking-Kraft.
  • Inhaltlich passend weiterleiten, also von der alten Leistungsseite auf die neue Leistungsseite, nicht pauschal auf die Startseite. Und ohne Ketten: alt → neu in einem Schritt.

4. Inhalte bewusst übernehmen. Ein Relaunch ist eine gute Gelegenheit, Doppeltes zusammenzulegen. Wichtig ist nur: Was rankt, darf nicht ersatzlos verschwinden. Wir haben mehrere kurze, ähnliche Blogposts zu einem ausführlicheren zusammengelegt und die alten Adressen weitergeleitet. So konkurrieren die Seiten nicht mehr gegeneinander.

5. Seitentitel und Beschreibungen planen. Übernimm die Titel der rankenden Seiten oder verbessere sie gezielt. Ein neuer Titel ohne den Suchbegriff kann eine gute Position kosten.

6. Testumgebung für Google sperren. Solange die neue Website auf einer Testadresse läuft, soll Google sie nicht finden, sonst entsteht doppelter Inhalt. Setze noindex oder einen Passwortschutz und schreib dir sofort auf die Livegang-Liste, dass beides wieder weg muss.

Phase 2: Was ist am Tag des Livegangs wichtig?

7. Suchmaschinen-Sperre und Passwortschutz entfernen. Der wichtigste Punkt der ganzen Liste. Prüfe direkt auf der Live-Adresse:

  • kein noindex im Quelltext der Seiten
  • robots.txt sperrt Google nicht aus (keine Zeile Disallow: /)
  • kein Passwortschutz und keine Zugangssperre beim Hosting

8. Weiterleitungen testen. Rufe die 20 wichtigsten alten Adressen auf und prüfe, ob sie mit Statuscode 301 auf der richtigen neuen Seite landen. Bei vielen Adressen lässt du die alte Adressliste durch einen Crawler laufen.

9. Domain, www und https prüfen. Die Website ist unter genau einer Hauptadresse erreichbar, zum Beispiel https://www.firma.ch. Alle Varianten (ohne www, mit http) leiten in einem Schritt dorthin weiter. Die Canonical-Angabe jeder Seite zeigt auf dieselbe Hauptadresse.

10. Formulare, Tracking und Cookie-Banner testen. Schick dir selbst eine Anfrage über jedes Formular und prüfe, ob sie ankommt. Prüfe, ob die Besucherstatistik Daten erhält.

11. Sitemap einreichen. Reiche die Sitemap der neuen Website in der Google Search Console ein und beantrage für die wichtigsten Seiten die Indexierung. So findet Google die neuen Seiten schneller.

Phase 3: Was prüfe ich in den Wochen danach?

12. Fehlerseiten beobachten. In der Search Console siehst du unter «Seiten», welche Adressen Fehler melden. Jede 404-Seite, die früher Besucher hatte, bekommt nachträglich eine Weiterleitung. In den ersten zwei Wochen lohnt sich ein täglicher Blick, danach wöchentlich.

13. Rankings und Klicks vergleichen. Vergleiche Klicks und Positionen der wichtigsten Seiten mit dem gleichen Zeitraum vor dem Relaunch. Leichte Schwankungen in den ersten Wochen sind normal, weil Google alle Seiten neu einordnet. Ein deutlicher Einbruch einzelner Seiten zeigt fast immer auf eine fehlende Weiterleitung, einen verlorenen Inhalt oder einen schwächeren Titel.

14. Ladezeit und Handy-Darstellung prüfen. Teste die wichtigsten Seiten mit Google PageSpeed Insights und auf dem eigenen Handy.

15. Interne Links aktualisieren. Links innerhalb der Website zeigen direkt auf die neuen Adressen, nicht über Weiterleitungen.

16. Weiterleitungen dauerhaft behalten. Google empfiehlt, Weiterleitungen mindestens 180 Tage aktiv zu lassen. Wir lassen sie dauerhaft bestehen: Sie kosten nichts und fangen auch alte Links von anderen Websites auf.

Welche Werkzeuge helfen beim Relaunch?

Für einen sauberen Relaunch reichen wenige, meist kostenlose Werkzeuge:

Werkzeug Wofür
Google Search Console Top-Seiten finden, Sitemap einreichen, Fehlerseiten beobachten. Kostenlos.
Screaming Frog SEO Spider Alle Adressen der alten Website auflisten, Weiterleitungen prüfen. Bis 500 Adressen kostenlos.
PageSpeed Insights Ladezeit und Handy-Tauglichkeit messen. Kostenlos.
Excel oder Google Sheets Die Weiterleitungsliste alt → neu führen.

Wer ist beim Relaunch wofür zuständig?

Viele Probleme entstehen, weil sich niemand für einen Punkt verantwortlich fühlt. Klärt die Zuständigkeiten vor dem Start:

Aufgabe Zuständig
Liste der alten Adressen, Weiterleitungen einrichten Agentur oder Entwickler
Entscheiden, welche Inhalte bleiben, zusammengelegt oder gestrichen werden Unternehmen und Agentur gemeinsam
Zugang zur Search Console und zur Domain Unternehmen
Livegang-Prüfung (Sperren, Weiterleitungen, Formulare) Agentur
Beobachtung in den Wochen danach Agentur, mit Rückmeldung ans Unternehmen

Die Checkliste zum Abhaken

Vor dem Relaunch

  • Liste aller alten Adressen mit Titel und Beschreibung exportiert
  • Texte und Bilder der alten Website gesichert
  • Top-Seiten aus der Search Console notiert
  • Weiterleitungsliste alt → neu (301, ohne Ketten) erstellt
  • Inhalte der Top-Seiten übernommen oder verbessert
  • Seitentitel der Top-Seiten übernommen oder gezielt verbessert
  • Testumgebung für Google gesperrt

Am Livegang

  • noindex und Passwortschutz entfernt
  • robots.txt offen
  • Weiterleitungen getestet
  • eine Hauptadresse mit https, alle Varianten leiten weiter
  • Formulare, Tracking und Cookie-Banner getestet
  • Sitemap eingereicht

In den Wochen danach

  • Fehlerseiten in der Search Console geprüft
  • Klicks und Positionen mit vorher verglichen
  • Ladezeit und Handy geprüft
  • interne Links aktualisiert
  • Weiterleitungen dauerhaft aktiv

Wie lange dauert es, bis sich die Rankings erholen?

Bei einem sauberen Relaunch mit gleichen oder weitergeleiteten Adressen sind die Rankings meist nach wenigen Wochen wieder auf dem alten Stand. Bei vielen geänderten Adressen kann es länger dauern, weil Google jede Weiterleitung erst finden und verarbeiten muss. Wenn eine Seite nach sechs bis acht Wochen deutlich schlechter dasteht als vorher, lohnt sich eine gezielte Prüfung dieser Seite.

Häufige Fragen

Verliere ich bei einem Relaunch immer Rankings? Nein. Mit sauberen Weiterleitungen und mindestens gleich guten Inhalten bleiben die Rankings meist stabil. Oft steigen sie danach, weil die neue Website schneller und klarer aufgebaut ist.

Wie lange dauert es, bis Google die neue Website kennt? Wichtige Seiten meist innerhalb weniger Tage bis Wochen. Eine eingereichte Sitemap, beantragte Indexierung und interne Links beschleunigen das.

Darf ich beim Relaunch die Adressen ändern? Ja, wenn jede alte Adresse dauerhaft und inhaltlich passend auf die neue weiterleitet. Wo eine alte Adresse gut ist, lohnt es sich, sie zu behalten.

Wie lange müssen Weiterleitungen bestehen bleiben? Google nennt mindestens 180 Tage. Am sichersten ist dauerhaft, denn Weiterleitungen kosten nichts und fangen auch alte Links von anderen Websites auf.

Was ist der Unterschied zwischen 301 und 302? Eine 301-Weiterleitung sagt Google: Diese Seite ist dauerhaft umgezogen. Eine 302-Weiterleitung bedeutet «vorübergehend». Für einen Relaunch ist immer 301 richtig.

Soll ich Relaunch und neue Domain gleichzeitig machen? Besser nicht. Jede Änderung ist für Google ein eigenes Signal. Wer Domain und Website gleichzeitig wechselt, kann im Fehlerfall schwer erkennen, woran ein Einbruch liegt.

Relaunch geplant?

Wir planen deinen Relaunch mit dir, inklusive Weiterleitungen und Livegang-Prüfung, und begleiten dich nach dem Start 30 Tage mit Support. Erzähl uns, was du vorhast. Mehr zu Preisen und Ablauf auf der Seite Webdesign Zürich, und typische Website-Fehler, die du beim Relaunch gleich beheben kannst, in 7 Website-Fehler, die Zürcher KMUs Kunden kosten.

Porträt von Mäx Känzig
Geschrieben vonMäx KänzigCreative Director & Gründer

Gründer von allkind. Begleitet KMU und NGOs in der ganzen Schweiz und international, von der Markenstrategie bis zur fertigen Website, Fotografie und Film.

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